Hallo Kai,
jede Anlage hat ihr Mysterium. Jetzt hab ich auch eins. Stellt euch vor: Ein Taster ist auf 5 Dioden geschaltet. Jede Diode entkoppelt ein Relais von den anderen Schaltkreisen, also werden 5 Relais durch den Taster geschaltet. Die 5 Relais schalten jeweils einen Weichenantrieb auf - oder /.
Die Weiche um die es geht schaltet nicht auf gerade bei einer bestimmten Weichenstrasse. Wenn die Weiche durch andere Weichenstrassentaster angesteuert wird, funktioniert sie. Also ist die Verbindung vom entsprechenden Relais ( Lötösenstreifen ) zum Antrieb in Ordnung. Kann der Fehler also nur vom Taster bis zum Anschluß Lötleiste Relais liegen.
Leider ist das nicht so. Wenn ich am Taster die entsprechende Diode für diese eine Weiche ablöte, und das Potential was der Taster anlegt für die Relais direkt an die Diode lege, schaltet die Weiche. Immer. Wenn ich 4 Dioden vom Taster ablöte und die Weiche über die eine Diode und Taster betätige, schaltet der Antrieb. Wenn ich noch eine Diode an den Taster löte und den selbigen betätige, schaltet der Antrieb. Wenn ich noch eine Diode anlöte, schaltet der Antrieb nicht mehr. Wie bei fünfen. Ein tauschen der Zuleitungen zu den Dioden untereinander bringt das gleiche Ergebnis. Wenn die vierte dabei kommt schaltet der eine Antrieb nicht mehr.
Also wat isset?
Das der Trafo zu knapp ist weiß ich. Kann also nur ein Antrieb sein. Aber welcher? Hab die mit dem Ohmmeter durchgemessen. Differenz zwischen den einzelnen, ein paar Ohm, bei 25 Ohm Spulenwiderstand vielleicht schon ausschlaggebend. Aber mich unter die Anlage legen und unterflur eingebaute Antriebe tauschen, da bin ich zu alt für.
Also warte ich, bis ein Trafo mit 18V / 4A vom Himmel fällt.????
Nö, ich schalte vorher eine Fahrstrasse, bei der die Weiche umlegt, analog sei Dank.
Aber das ist ja noch nicht alles. Diese Weiche die nicht schaltet liegt natürlich im Schattenbahnhof. Ausfahrweiche aus einer Kehrschleife.
Und wie der Name Schattenbahnhof schon sagt, viel Licht ist wenig.
Ich konnte also nur mit Taschenlampe sehen ob Weiche umschaltet, und dann nur die Hälfte der Weiche wo kein Antrieb eingesteckt war.
Zum schlechten Schluß kam nur noch ein schnarren des Antriebs weil 50HZ. Ich das ganze Gelände oben drauf abgebaut, die Hartfaserplatte die das Ganze trägt freigelegt.
In der Zwischenzeit hatte ich die Kehrschleife der betreffenden Weiche mittels Brückengleichrichter ans Laufen gebracht. Übrigens tolle Sache und total einfach. Aber wie Helmut schon sagte, geht nur in eine Richtung. Zurücksetzen und einen abgekoppelten Waggon wieder mitnehmen ist nicht.
Aber ich schweife ab.
Um die Weiche ein zusehen und von Hand zu betätigen, wollte doch die Kehrschleife testen, musste ich ein Stück der Hartfaserplatte rausbrechen . Ich in die Kehrschleife gefahren und die Weiche von Hand betätigt.
Moment, da müsste doch ein Antrieb stecken..... War aber nicht, der baumelte unsichtbar hinter einer Verstrebung unter der Platte. Das testen mit Wechselstrom hatte ihn aus der Halterung vibriert. Ich unter die Anlage, Weiche ausgebaut , zerlegt, justiert, eingebaut mit Antrieb und gehofft das Fehler weg.
Das Ergebnis war niederschmetternd und ließ mich mit 2 Flaschen Bier allein. Meine Lebensabschnittsgefährtin schüttelte nur den Kopf und wollte den Keller abschließen. Am anderen Tag kam ich zur Einsicht daß Mann sich mit bestimmten Dingen abfinden muß.
So lebe ich denn mit einem Mysterium.
Die Anlage läuft wieder, Weichenfehler mit einem Trick umgangen, die zweite Kehrschleife funktionierte sofort, alles fein.
Jetzt werden Kollateralschäden beseitigt und gefahren.
Freundlich grüßt der arnold160